Kuba 2020

Volker Bielfeld „Kuba 2020 - zwei Wochen vor dem Lockdown“

Ausstellung vom 12.8. bis 5.9.2020

 

Kuba hatte mich schon auf der ersten Reise 2016 als Eldorado für Street Fotografie begeistert. Und so wurde bereits kurz nach der damaligen Reise der Plan für eine weitere – andere Reise – nach Kuba geschmiedet. Etwas Abstand sollte sein, damit es nicht einfach eine Wiederholung wird, und auch um eine Entwicklung erkennen zu können. 2016 versprach der Besuch durch US Präsident Obama Lockerungen der Sanktionen. Dann kam der Tod Fidel Castros ebenfalls 2016. Alle Zeichen standen auf Veränderung und Öffnung. US Präsident Trump dagegen machte den Kubanern das Leben durch eine noch härtere Wirtschaftsblockade wieder schwerer. Es fehlt an den Dingen des täglichen Lebens, an Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier… Dazu die instabile Lage in Venezuela, dem Erdöllieferanten Nummer 1 für Kuba. Man hörte von langen Warteschlangen an den Zapfsäulen bis hin zu geschlossenen Tankstellen. Das alles war bereits Fakt vor der Flugbuchung. Via Internet wurden dann persönliche Kontakte zu privaten Unterkünften erstellt, ein Novum, dass 2016 noch nicht so zur Verfügung stand. Kurz vor Reiseantritt am 15. Februar 2020, zeichnete sich die Corona Epidemie bereits als Pandemie ab, Reisewarnungen und Infektionszahlen wurden täglich abgerufen. Zu dem Zeitpunkt waren Deutschland kaum und Kuba gar nicht betroffen. Also wurden die Koffer gepackt und mit Seifenshampoo, Zahnpasta, Kugelschreibern und Toilettenpapier bis 23 Kilo aufgefüllt, um die uns freundlich aufnehmenden und beherbergenden Kubaner zu unterstützen.

Volker Bielfeld in Kuba
Foto: Friderike Bielfeld

Los ging es für zwei Wochen mit einem kleinen Geländewagen nach Havanna, Santa Clara, Trinidad und weitere Orte. Das quirlige Leben in den Straßen, die vielen US Oldtimer, der Verfall alter Gebäude auch mitten in Havanna, war unverändert, die positive Ausstrahlung der Menschen auch, Improvisationstalent und Kreativität ist allgegenwärtig.

 

Mit meinen Fotos möchte mitnehmen auf die Straßen Kubas zu den US-Oldtimern, den Kolonialbauten, auch mit Blick auf das Leben vor und hinter den Fassaden.

Ziel war es, über das Dokumentarische hinaus ästheitsche Fotos zu schaffen die dem erlebten karibischen Flair und Savoir-vivre Ausdruck verleihen .

 

Zwei Wochen nach der Rückkehr aus Kuba verhängte die dortige Regierung wegen der ersten drei Corona Fälle bei italienischen Touristen eine komplette Ein – und Ausreisesperre.